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Neue Mütterrente: Geplante Reform sorgt für Diskussionen

Erwachsene Tochter mit Mutter umarmen sich auf dem Sofa

Die Bundesregierung plant eine neue Anpassung der Mütterrente. Künftig sollen Mütter (und auch Väter), deren Kinder vor 1992 geboren wurden, einen halben Rentenpunkt mehr erhalten – also statt 2,5 volle 3 Rentenpunkte pro Kind. Damit würde diese Gruppe endlich gleichgestellt mit Eltern, deren Kinder ab 1992 geboren wurden. Doch während Millionen Betroffene profitieren, sorgt die Finanzierung der Reform für Streit.

Hintergrund der Mütterrente

Die sogenannte Mütterrente wurde eingeführt, um Erziehungszeiten bei der Rente besser anzuerkennen. Denn wer sich um Kinder kümmert, kann oft nicht voll arbeiten und sammelt entsprechend weniger Rentenpunkte. Während Eltern mit Kindern ab 1992 schon lange drei Punkte pro Kind erhalten, mussten sich ältere Jahrgänge mit weniger zufriedengeben.

Die Regelung betrifft überwiegend Mütter, weil sie meist die Hauptverantwortung für die Kindererziehung getragen haben. Doch auch Väter können profitieren, sofern sie in der Erziehungszeit den Großteil der Betreuung übernommen haben.

Zusätzliche Rentenansprüche für Millionen Eltern

Nach den aktuellen Plänen würden rund 9,8 Millionen Mütter mehr Rente bekommen. Ein halber Rentenpunkt entspricht derzeit etwa 20 Euro monatlich. Ab Juli 2025 steigt der Wert pro Punkt auf 40,79 Euro, sodass sich die zusätzliche Rente pro Kind auf knapp 21 Euro pro Monat erhöht. Wer mehrere Kinder vor 1992 geboren hat, kann somit auf mehrere Hundert Euro zusätzlich im Jahr kommen.

Kosten und Finanzierungsfragen

Klar ist: Die Reform hat ihren Preis. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) rechnet mit Mehrkosten von rund fünf Milliarden Euro jährlich. Eine Summe, die nicht einfach irgendwo übrig ist.

DRV-Präsidentin Gundula Roßbach fordert deshalb eine Finanzierung aus Steuermitteln: „Wenn eine solche neue Leistung kommt, der keine Beiträge gegenüberstehen, muss sie vollständig aus Steuermitteln finanziert werden.“ Ohne zusätzliche Gelder droht zwangsläufig eine Erhöhung des Rentenbeitragssatzes.

Kritik aus der Wirtschaft

Während Betroffene die Reform begrüßen, kommt von Experten harsche Kritik. Einige Wirtschaftsforscher sehen in der geplanten Ausweitung eine finanzielle Fehlentscheidung. Peter Haan vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) argumentiert: „Die Rente soll Altersarmut verhindern – nicht vergangene sozialpolitische Fehler korrigieren.“

Auch Arbeitgeberverbände sind skeptisch. Sie warnen davor, dass eine höhere Belastung der Rentenkasse entweder zu steigenden Beiträgen oder einer Umverteilung in der Rentenversicherung führen könnte. Die entscheidende Frage bleibt also: Wer bezahlt am Ende die Rechnung? Die Antwort darauf dürfte die politische Debatte in den nächsten Monaten bestimmen.